Der Abschnitt Chur - Thusis

            

Unsere Reise führt uns zunächst vom Bahnhof Chur aus in westlicher Richtung rheinaufwärts. Wir durchfahren den Ort Domat/Ems und erreichen nach nn Minuten Fahrzeit seit der Abfahrt in Chur den Bahnhof von Reichenau/Tamins. Bis hierhin ist die Strecke doppelgleisig ausgebaut, das eine Gleis besitzt sogar bis Domat eine dritte Schiene für den Güterverkehr auf Normalspur. In Reichenau vereinigen sich der Vorder- und der Hinterrhein zu ihrem langen Weg zum Meer. Wir überqueren nun den Hinterrhein und trennen uns von der Strecke nach Disentis und weiter nach Oberalp. In einem weiten ansteigenden Bogen führt uns nun die Strecke Richtung Süden. Nachdem wir eine Talenge passiert haben durchfahren wir den Bahnhof Rothenbrunnen und schlängeln uns durch das Domleschg. Diese Talpartie ist bekannt wegen ihrer vielen Burgen und Schlösser. Nach 27 km Bahnfahrt erreichen wir Thusis. Von hier führt eine Strasse durch die berühmte maleriesche Schlucht Via Mala über den Splügenpass nach Chiavenna in Italien. Thusis liegt bereits 697 m.ü.d.M. und ist der Ausgangspunkt der Albulastrecke und von hier aus verkehren auch die Autotransportzüge nach Samedan.

Bild 8: Glacier-Express in Chur
Bild 8 (oben): Der Glacier-Express verlässt den Bahnhof in Chur

Bild 9 (unten): Der Abzweig bei Reichenau/Tamins. Die untere Strecke führt nach Disentis und weiter auf der FO-Strecke nach Oberwald und Furka. Der obere führt Richtung Thusis und Albula.
Bild 9: Der Zug aus Disentis muss den Zug aus Thusis passieren lassen.

Bis Thusis war die Strecke bereits im Jahre 1896 realisiert, der Bau der Albulastrecke konnte jedoch erst nach Übernahme

der Bahn durch den Kanton Graubünden im Jahre 1897 in Angriff genommen werden.

Bild 10 : Ein Nahverkehrs-Pendelzug fährt frühmorgens in die Station Bonaduz ein. (24. August 2000)
Bild 10 : Ein Nahverkehrs-Pendelzug fährt frühmorgens in die Station Bonaduz ein. (24. August 2000)

Bild 11 : Auf wen diese Dame hier in Thusis wartet? Ein Regional-Wendezug bei der Einfahrt in den Bahnhof von Thusis. (24. August 2000)
Bild 11 : Auf wen diese Dame hier in Thusis wartet? Ein Regional-Wendezug bei der Einfahrt in den Bahnhof von Thusis. (24. August 2000)

Die Albulaüberquerung ist in den Alpen die steilste Eisenbahnstrecke ohne Zahnstange. Viele heftige Diskussionen muss es wohl Ende des 19. Jahrhunderts darüber gegeben haben, wie man das Engadin bahntechnisch an das bereits vorhandene Schienennetz der Rhätischen Bahn anbindet. Schliesslich mußten doch ungewöhnlich grosse Höhenunterschiede bewältigt werden. Die Entscheidung fiel zugunsten der Albula-Linie, da hier nur ein Tunnel von ca. 6 Kilometern Länge benötigt wurde.

Bei der zur Debatte stehenden Julierpass-Trassierung hätte das Tunnel etwa 10 Kilometer betragen. Hier am Albula galt es, extreme Steigungen von bis zu 35 Promille zu überwinden. Bis zur Scheitelhöhe des Albulatunnels (1820 M.ü.d.M.) steigt der Zug auf der nur 45 Kilometer langen Strecke ab Tiefenkastel 970 Höhenmeter, ab Bergün auf 6 Km (Luftlinie) sogar 416 Höhenmeter. Um diese Topografie zu bewältigen, wurden die Strecke durch zahlreiche Serbentinen und Kehrtunnels auf das nahezu Doppelte einer normalen Entfernungstrassierung verlängert.

Bild 12 : Der Bahnhof von Thusis

Bild 13 : Ein Arbeitskrokodil, nämlich die Ge 6/6' 413 ist im Herbst 1993 mit Verschiebe- und Rangierfahrten im Umbaubahnhof von Thusis beschäftigt.


Bild 12 : Der Bahnhof von Thusis im Morgenlicht


Bild 13 : Ein Arbeitskrokodil, nämlich die Ge 6/6' 413 ist im Herbst 1993 mit Verschiebe- und Rangierfahrten im Umbaubahnhof von Thusis beschäftigt.

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